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11. April 2009

Sumo in der Krise?

Japans Nationalsport Nr. 1 scheint in der Krise zu stecken. Das positive Image der gutmütigen Riesen wurde in der letzten Zeit immer wieder durch Skandale um Drogenmißbrauch, abgesprochene Kämpfe, Mafianähe und Mißhandlungen in den Sumoschulen erschüttert. Die Frage ist nur: Sind solche Geschichten im Sumo ein ausschließlich modernes Phänomen?

Auf der Beliebtheitsskala der japanischen Bevölkerung nimmt das Sumo-Ringen den zweiten Platz ein. Direkt hinter dem aus den USA importierten Baseball. Allerdings bezeichnet man den Sumo, wegen seines urjapanischen Charakters, als die Nummer eins der Nationalsportarten.

"Baseball und Sumo sind die beliebtesten Sportarten in Japan"
(Source:www.istockphoto.com)
 
Von Nicht-Kennern wird das Schauspiel eines Sumo-Ringkampfes meist nur verständnislos belächelt. Zwei übergewichtige Männer ausschließlich mit einem Lendenschurz bekleidet, stürmen aufeinander zu und versuchen sich hektisch aneinander herumfingernd, aus einem viel zu kleinen, kreisrunden Ring herauszuschubsen. Begleitet wird all dies von einem Stakkato abgehackt klingender Rufe, die ein Schiedsrichters mit einem Fächer in der Hand von sich gibt, während er um die Kämpfenden herumeilt.


"Der mawashi (Gurt) bietet den Ringern die Möglichkeit den Gegner zu greifen. Der Ringrichter ruft laut die verschiedenen angewandten Techniken, für die Zuschauer der hinteren Ränge"
(Source: Wikimedia Commons: Brad Beattie)

Wenn dann noch erwähnt wird, dass Eintrittskarten für derlei Sportereignisse in kürzester Zeit ausverkauft sind und erfolgreiche Ringer von den weiblichen Fans wie Popstars verehrt werden, beginnen Skeptiker vollends am gesunden Menschenverstand der Inselbewohner zu zweifeln.

"Hakuho der momentane Yokuzuna mit Frau, Kind und Siegespokal. Er ist bereits der 2. Champion aus der Mongolei nach Asashôryu"
(Source: AP Photo/Kyodo News, Mitsuko Kobori)

Sumo-Ringen ist eben etwas extrem japanisches und definitiv Geschmackssache. Um die tiefere Bedeutung hinter dem Treiben zu erkennen, muss man sich intensiver mit der japanischen Kultur beschäftigen. Bei den TV-Übertragungen hierzulande verschwindet der rituelle Charakter des Sumo vollends, da die Kämpfe zugunsten teurer Sendeminuten und Werbeunterbrechungen auf ein Minimum des Spektakels zurechtgeschnitten werden.

"Einmarsch der Titanen. Eröffnungszeremonie eines bashô (Turniers)"
(Source: Wikimedia Commons Nickdrj)


Ausbildung und Zukunftsaussichten der Sumo-Ringer


Tatsache ist, dass die Sumo-Ringer, auf Japanisch sumô tôri, Hochleistungssportler sind. Trotz ihrer Leibesfülle von nicht selten 230 Kilogramm, haben sie im Durchschnitt nur einen Körperfettanteil von etwa 20 Prozent. Damit ist der Anteil angelagerten Fettes im Verhältnis zur Muskelmasse gemeint, der hierzulande bei 20-jährigen Männern bei etwa 18, bei Frauen selbigen Alters bei 25 Prozent liegt.


 "Video: Siegesserie von Yokuzuna Asashôryo"

Die Ringer nehmen täglich Unmengen an kalorienreichen Mahlzeiten zu sich. Die restliche Zeit wird hart trainiert. Da ein Kampf nur gewonnen werden kann, indem der Gegner aus dem Ringbereich gedrängt oder innerhalb des Rings zu Fall gebracht wird, ist besonders große Körpermasse von Vorteil. Ein massiver Schwerpunkt lässt sich dann nur noch mit extrem guter Technik aushebeln.

"Gewichtszunahme von Vorteil. Ein Defizit an Körpermasse läßt sich nur mit  Technik ausgleichen" (Source: Japanfocus.org)

Die Ausbildung in der Sumo-Schule gilt als knallhart und unerbittlich. Den Aspiranten erwartet mit dem Eintritt in ein sogenanntes Heya ein Weg voller Entbehrungen, Bevormundung und Demütigung, an dessen Ziel im besten Fall der Rang eines Yokuzuna steht und damit nahezu göttliches Ansehen in der Bevölkerung des Archipels
Die traditionellen Ringerschulen sind der einzige Weg in den professionellen Sumosport. Die Lernwilligen in einem Heya, entsagen dem Leben der Außenwelt und nehmen ihren Platz ganz unten in der Hierarchie der Sumo-Gesellschaft ein. Wie in einigen traditionell geprägten japanischen Organisationen, beispielsweise in Studentenverbindungen, der japanischen Mafia (Yakuza) und früher auch in Großunternehmen, ersetzt die Institution die eigene Familie.

"Asashôryu aus der Mongolei war bereits der zweite nicht-japanische Yokuzuna nach Akebono aus Hawaii "
(Source: Wikimedia Commons: Philbert Ono)

Nach konfuzianischem Vorbild sind neue Schüler den Dienstälteren zum Gehorsam verpflichtet. Dieser äußert sich bei den Ringern vor allem darin, dass niedere Arbeiten, wie Toilettenreinigung, Schweißabtupfen und Küchendienste von den jüngeren Sumo übernommen werden, damit sich die Älteren umso intensiver dem Training widmen können.

Die vor allem im Westen als fragwürdig kritisierte gängige Prügelstrafe nehmen die Schüler eines Heya offiziell gerne in Kauf, da sie der schnelleren Weiterentwicklung zu Höchstleistungen förderlich sein soll.
Ist ein Sumo nach erfolgreicher Karriere in höhere Ränge aufgestiegen, nimmt er an den sechs, Basho genannten, Hauptturnieren in Tokio, Nagoya, Fukuoka und Osaka teil und kann sich auf ein großzügiges Gehalt und Preisgelder freuen. Alle diejenigen, die nicht zu medialen Superstars werden, müssen alternative Karrierewege einschlagen.
In den letzten Jahrzehnten lässt sich eine immer kritischere Auseinandersetzung der Inlandspresse mit dem Sumo-Sport beobachten. Die Schlagzeilen von Misshandlungen in den Schulen, Wettkorruption der Ringer, ihren Verbindungen zur japanischen Mafia oder jüngst dem vermehrten Drogenkonsum, rütteln an dem Image der gewichtigen Saubermänner.
Hierbei stellt sich allerdings die Frage, ob es sich bei derlei Skandalen um ausschließlich moderne Phänomene handelt oder ob sich vielleicht die Berichterstattung der japanischen Presse dahingehend verändert hat, dass heutzutage Scoop-Stories veröffentlicht werden, die früher noch pietätvoll unter den Tisch fielen.

"Nur dem Besten winkt der Titel Yokuzuna"
(Source: www.abc.net.au)   

Warum ist gerade Sumo Nationalsport?

Gerade in Kreisen konservativer Japaner werden Makel am heißgeliebten Sumo-Sport nur ungern hingenommen. Immerhin steht der Sumo für jahrhundertealte urjapanische Traditionen.
Schon in mythischer Vorzeit soll ein Bote der Sonnengöttin Amaterasu no Omikami, dem damaligen Herrscher die Hoheit über die japanischen Inseln durch einen Sumo-Kampf abgerungen haben. Da jene Göttin die Urahnin der Tennô-Familie gewesen sein soll, legte dieses Ereignis den Grundstein für die enge Verknüpfung zwischen Sumosport und der noch heute herrschenden Dynastie auf dem Archipel.

"Sumo zur Belustigung der Adeligen in höfischen Kreisen"
(Source: Wikipedia)

In den ersten Quellen japanischer Literatur (dem Kôjiki, 612 geschrieben) finden sich bereits Berichte von Sumo-Turnieren, die zur Belustigung der Hofadligen oder zu Entscheidungsfindungen in kriegerischen Konflikten abgehalten wurden.
Auch die seit 1185 von Kamakura aus regierenden Shôgune (Militärherrscher) des Minamoto und Hô Klans wurden in ihrer Vorliebe für jene Kampfkünste zu den Protégers des Sumo. Unter der Herrschaft der 1603 an die Macht gelangten Tokugawa-Sippe wurde der Sumo dann endlich Populärsport. In den 250 Jahren ihrer Regierungshegemonie verboten die Tokugawa die brutalen Sumoschaukämpfe in den Straßen der Großstädte, sorgten für eine Festlegung der Griffe, des Ringaufbaus und der Austragungsorte und leiteten die Organisation in verschiedenen Sumo-Ligen in die Wege.
Entgegen der weit verbreiteten Meinung ist Sumo keine klassische Budô-Kampfsportart. Jene von den Samurai kultivierten Kampfkünste, zu denen auch Judô und Yu-Jutsu zählten, sind Disziplinen mit zen-buddhistischer Prägung. Herrenlose Samurai, die ihre Fähigkeiten in Straßenkämpfen aufführten, bedienten sich oft auch der Techniken, die sie aus dem Sumo-Repertoire übernommen hatten, wodurch wahrscheinlich diese Verwechslung herrührt.
Das urjapanische am Sumo ist aber gerade seine enge Bindung an den Shintô-Kult, der schon vor der Einführung des Buddhismus in Japan in mannigfacher Auslegung praktiziert wurde. An shintoistischen Schreinen überdauerte parallel zu dem, was heute als Sumo-Profisport bezeichnet wird, die Tradition verschiedener ritueller Sumo-Praktiken zur Feststellung von göttlichen Urteilen oder als Unterhaltung der Götter bei Schreinfestlichkeiten.

"Sumo an shintoistischen Schreinen zu Beginn des 20. Jahrhunderts"
(Source:Wikipedia)

 Auch der moderne Profisport beinhaltet noch einige solcher Ritualrudimente. Das Heraufreißen eines Beines und das kraftvolle Aufstampfen auf den Ringboden soll die Erdgeister vertreiben, das zweimalige Klatschen in die Hände erweckt die Aufmerksamkeit der Götter und das Salzwerfen reinigt den Ring. Der Yokuzuna, der höchste Grad eines professionellen Sumo, entspricht rituell, körperlich und vom Herzen her dem shintoistischen Ideal der Reinheit. Daher nimmt der Profisport-Yokozuna auch bei bestimmte Schreinritualen eine zentrale Rolle ein. Sumo ist also japanischer Nationalsport, weil er die älteste Sportart des Archipels ist und ein Synonym für das traditionelle Japan darstellt. Diese Verbindung von Sport, Tradition und Religion ist in Japan einzigartig und nur im Sumo zu finden.

Sumo unter dem Beschuss der Boulevardpresse

Vor allem in den letzten 30 Jahren ist die Anzahl der Skandalmeldungen rund um den Sumo- Sport in japanischen Magazinen und Tageszeitungen immer weiter gestiegen. Ende Januar 2009 zum Beispiel wurde der Ringer Wakakirin wegen Drogenmissbrauchs verhaftet. Er gab zu Marihuana geraucht zu haben (das erste Mal versteht sich ) und wurde daraufhin von der Japan Sumo Association (JSA) herausgeworfen. In den darauffolgenden 6 Monaten wurden in drei Fällen ähnliche Verdachtsmomente bei russischstämmigen Sumo geäußert und die Schuldigen bestraft.
Die Nachricht von Takashi Saito, der im Juni 2007 nach seinem Zusammenbruch im Ring auf dem Weg ins Krankenhaus starb, ging um die ganze Welt. Die Züchtigungsschläge älterer Mitschüler mit Baseball-Schlägern und einer über dem Kopf zerschmetterten Flasche hatten den jungen Sumo am Folgetag an inneren Verletzungen sterben lassen. Die Empörung über diesen Vorfall war groß und entfachte die Diskussion über die Krise in der Welt des Sumo-Sportes von neuem.

"Siegertyp Asashôryo" (Source:Jaksview3.files.wordpress.com)

Diese beiden Beispiele sind typische Sensationsnachrichten moderner Zeit und spiegeln vor allem den Wandel der Berichterstattung in Japans Printmedien wieder. Die japanische Presse begann seit den späten siebziger Jahren erst allmählich damit, sich dem investigativen Charakter der westlichen Presse anzupassen. Dies geschah leider oftmals nur auf dem Gebiet der Boulevardpresse. Sogenannte Sport-Zeitungen (Supôtsu-shi) informieren, wie der Name vermuten lässt, über Sportereignisse, Klatsch und Tratsch der Stars und Sternchen, sowie in den Abendausgaben über Geheimtipps zum örtlichen Rotlichtmilieue.

Jene Zeitungen sind auf der Suche nach Sensationsberichten, nach Knüllern oder Scoops, wie sie auch genannt werden. Das Interesse der wachsenden Leserschaft an immer intimeren Details aus dem Leben der Prominenten nimmt in Japan, ebenso wie in Europa und den USA, fragwürdige Formen an. Es gab auch in den vergangenen Jahrhunderten schon Ereignisse in Sumo-Kreisen, die als skandalös bezeichnet werden könnten. Es ist aber gerade die sensationshaschende Nachfrage der Leser von heute, die die Art und Weise prägt, wie darüber berichtet wird.

Sportskandale vergangener Tage

Der wohl berühmteste Sumo aller Zeiten, Raiden Tameemon (1762-1825) galt als unbesiegbar. Die einzigen Niederlagen musste er angeblich hinnehmen, wenn er noch betrunken vom Vorabend in den Ring gestiegen war.

"Eine Raiden Statue im Tomi-Central Park vom vielleicht erfolgreichsten Sumo aller Zeiten" (Source: Wikimedia Commons Qurren)

Seinem Image als Idealmann wurde er durch exzessive Trinkgelage gerecht, seine Technik im Ring war brutal und aufbrausend. Trotz phänomenaler Siegesquote wurde er wegen seines Lebensstils und der Verwicklungen in einen Mordfall nicht zum Yokuzuna ernannt. Die Zuschauer, die von seinen Eskapaden wussten, feierten ihn trotzdem als unbesiegbaren Helden. Die Notwendigkeit einer Diskussion über den Sittenverfall im Sumo gab es damals nicht.


"Rauf- und Trunkenbold Raiden wurde niemals Yokuzuna, trotz phänomenaler Siegesquote" (Source: Wikipedia)

Ebenso regelmäßig kursierten immer wieder Gerüchte über abgesprochene Kämpfe und Verbindungen der Sumo-Szene zur Yakuza. Die Wochenzeitung "Shukan Gendai" behauptete letztes Jahr, Yokozuna Asashôryo würde für seine Siege bezahlen. Dieser wies die Vorwürfe vehement zurück und die JSA reagierte mit einer Verleumdungsklage gegen die Zeitung. Acht Jahre vorher hatte der Ringer Itai nach seiner Festnahme behauptet, 75-80 Prozent der Kämpfe seien abgesprochen, er hätte einfach nur mitgespielt.
 In Japan ist das Wetten auf Sumokämpfe verboten. Und das illegale Glücksspiel ist eine der Haupteinnahmequellen der japanischen Mafia. Wen würde es also wundern, wenn ab und an zur Ergebnismanipulation Bestechungsgelder angeboten und auch angenommen werden.
Die Nähe der Sumo zu den Yakuza ist aber durchaus kein ausschließlich modernes Phänomen. Als Anfang letzten Jahrhunderts die Sumokämpfer aus der Region um Osaka und Kyoto zu Turnieren in die Hauptstadt pilgerten, erschraken die Tokioter Zuschauer vor der eindeutig zur Schau getragenen Beziehung der Sportler zur Mafia. Einige sumôtôri aus Osaka schmückten sich mit den, ausschließlich bei den Yakuza gängigen, tätowierten Familienwappen der Syndikate. Zudem kam den Heya finanzielle Unterstützung aus den Kreisen hoher Yakuza-Familien zugute.

"Interessante Vorstellung. Sumo-Ringer mit den Tätowierungen im Stil der Yakuza" (Source: Gamekyo.com)

Konservative Kräfte der Sumo-Fangemeinde geben den seit der Nachkriegszeit immer erfolgreicher kämpfenden Ausländern aus Hawaii, Russland und der Mongolei die Schuld am Sittenverfall des Sumo. Der US-Amerikaner Konishiki erhielt regelmäßig Morddrohungen, als er kurz davor stand die Yokuzuna-Würde verliehen zu bekommen. Eine Verletzung am Knie beendete jedoch vorschnell seine Karriere als Sumo. Dass er nach dem Ausscheiden aus der JSA als Partylöwe, Rap-Sänger, Werbeikone und K1-Kämpfer sein Geld verdiente, wird in jenen recht nationalistischen Kreisen als Bestätigung für die Schuldvorwürfe angesehen.


"Video: Ex-Sumo Konishiki als Hiphop-Star (Andy)"

Aber dieser "entgliesene" Lebensstil ist für Sumo, selbst in der Blüte ihrer Ringerlaufbahn, nichts untypisches. Dies gilt freilich auch für die aus Japan stammenden Sportler. In den vorigen Jahrhunderten waren die Ringer am Stadtrand in der Nähe der Burakuminviertel (Außenseitersiedlungen) angesiedelt. In jenen Rotlichtvierteln waren die untadeligen Riesen berühmt dafür, nur drei Lastern zu frönen. "Dem Glücksspiel, dem Trinken und der Hurerei“.
So interessant die Sensationsgeschichten der modernen Presse sein mögen, ihrer Pendants in der Vergangenheit sind zahlreich und nicht weniger skandalträchtig. Der Umgang mit solchen Geschichten war allerdings damals ein vollkommen anderer.

Sumo-Sport in der Krise?

Inwiefern ist der Sittenverfall im Sumo-Sport ein neues Phänomen? Begreift man diesen Sittenverfall als eine Werteveränderung, dann befindet sich der Sumo seit Jahrhunderten in einer andauernden Krise. Diese ist aber nichts anderes, als der Modernisierungsprozess der japanischen Gesellschaft, der natürlich auch am Sumo nicht spurlos vorübergehen kann.

Fernsehaufzeichnungen und die Aufmachung der Wettkampfhallen lassen bei Japanern den ursprünglichen Sinn solcher Veranstaltungen in Vergessenheit geraten und der Sumo verliert an Heiligkeit. Die TV-Berichterstattung zeigt den rituellen Charakter so knapp und routiniert wie möglich, um Werbung unterzubringen. Das Publikum trinkt Bier und isst dabei Snacks, genau wie im Baseball-Stadion.
Sumo ist längst Unterhaltung für ein Massenpublikum geworden, aber von einer Krise zu reden, ist maßlos übertrieben. Skandale gab es in Sumo-Kreisen schon immer. Früher ebenso bekannt, aber meist nur belächelt, werden derlei Sensationsgeschichten von der Boulevardpresse und ihrer Leserschaft heute rauf und runterdiskutiert. Vielleicht gerade, weil der Sumo für viele Menschen eines der letzten Relikte des alten Japans darstellt, klammern sich konservative Kräfte an eine fiktive Unschuld, die der Nationalsport in dieser Form wahrscheinlich niemals besessen hat.

„Sumo verankert unser Land in seiner Geschichte. Es ist das einzige, was uns wirklich noch geblieben ist, seit es kaum noch Geishas gibt, keiner unter 40 noch den Teeweg beherrscht und (Kaiser) Hirohito Tennô den Götterstatus aufgegeben hat“, schrieb ein Autor der "Japan Times".


1 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Danke sehr an den Autor.

Gruss Elena

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